Ein Anruf bei Olaf Scholz

Herr Bundeskanzler, im Zuge einer Razzia rund um die Ermittlungen zu den Cum-Ex-Geschäften der Warburg-Bank wurden bei Ihrem Hamburger Genossen Johannes Kahrs über 214 000 Euro und 2400 US-Dollar in einem Sparkassen-Schließfach gefunden. Was sagen Sie dazu?

Nun, dazu möchte ich sagen, dass ich grundsätzlich keine Stellung beziehe zu dem finanziellen Gebaren von Bürgern, auch wenn sie Mitglied der SPD sind. Ich kenne den Mann nicht, und kann über seine Motivation noch nicht einmal spekulieren.

Sie kennen Johannes Kahrs nicht?

Warten Sie, jetzt klingelt etwas. Ach, das war nur der Paket-Bote. Nein, einen Johann Kehrs kenne ich nicht.

Johannes Kahrs. Sie haben mit ihm jahrelang in Hamburg zusammengearbeitet und später …

Wo?

In der Hansestadt Hamburg, die Sie sieben Jahre lang als Erster Bürgermeister regiert haben. Die Stadt, die während der G-20-Proteste beinahe abgebrannt wäre, weil Sie es nicht geschafft haben, eine vernünftige Polizeistrategie entwerfen zu lassen.

Verzeihung, aber ich habe keine Erinnerung daran, jemals in diesem Hanborg gewesen zu sein.

Hamburg!

Ganz recht. Ist es schön da?

Herr Scholz, Sie veralbern uns doch!

Ich habe keine Erinnerung an einen Herrn Scholz.

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Das sind Sie! Sie werden sich doch wohl an sich selbst erinnern!?

Eben nicht. Wenn ich es täte, dann würde ich Ihnen gerne Auskunft erteilen. Aber da ist nichts. Nullkommanichts. Sie können einem nackten Mann nicht ins Gehirn fassen.

Aber wie haben Sie es denn bisher mit diesen eklatanten Erinnerungslücken geschafft, die Bundesrepublik Deutschland zu regieren?

Das weiß ich nicht mehr im Detail. Ich bin mir aber sicher, dass alles mit rechten Dingen zuging. Und wenn nicht, dann habe ich es leider vergessen.

Denken Sie wirklich, Sie kommen mit der Masche durch?

Ich kann mich an keine Gelegenheit erinnern, in der die Masche nicht gezogen hätte.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Haben wir jemals miteinander gesprochen?

MB

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