Warum ans Meer, wenn man auch auf Sylt sein kann?

Westerland. Der Sommer war lang, heiß und hart auf Deutschlands nördlichster und zugleich glamourösester Insel. Hatte man hier früher hauptsächlich damit zu tun, sein Fischbrötchen gegen hungrige Möwen zu verteidigen und den Strand gegen gierige Wellen, die dafür sorgten, dass fester Boden unter den Füßen noch rarer war als eine Portion getrüffelter Seespargel, mussten sich die Insulaner in dieser Saison mit einem massiven Ansturm von am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen auseinandersetzen. Viele waren auf unkonventionelle Weise angereist: mit der Motoryacht etwa oder dem E-Porsche. Manch einer kam gar per Privatjet.

Der Sommer feierte seine Hochzeit und die spätrömische Dekadenz gleich mit. Und dann kamen auch noch die Punks mit dem Neun-Euro-Ticket angezuckelt. Die Bild-Zeitung hatte sie ja quasi dazu eingeladen, indem sie nicht müde geworden war, vor einem Besuch des Pöbels auf der Insel der Reichen und Schönheitsoperierten zu warnen.

Die Punks sind zwar nicht unbedingt gekommen, um zu bleiben. Aber wo sie schon mal da sind, haben sie sich häuslich eingerichtet am Brunnen in der Fußgängerzone von Westerland beziehungsweise vor der Drogerie-Filiale gegenüber vom Bahnhof, wo sie laut Lokalpresse hingezogen sind, da ihnen der Brunnen, in den viele uriniert haben, zu sehr stinke.

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