Weg mit Bergen und Bächen!

Von PETER KÖHLER

In den Medien ist das Thema schon fast verdaut und vergessen. Die in Tokio tobenden Olympischen Sommerspiele, dann der Dauerbrenner USA contra China und die weiter über den Globus rollende Corona-Walze, jetzt der deutsche Wahlkampf machten schnell wieder die Spalten bis obenhin voll. Vor Ort jedoch erinnern sich die Überlebenden noch heute an die Jahrtausendflut im Juli, als in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen übergeschnappte Bäche halbe Dörfer auffraßen und ungefragt ganze Menschenleben mitrissen.

Anton Heurung

Schön war das nicht, als sauber verputzte Häuser kollabierten, teure Autos in den Fluten tanzten, Möbel und heimatlos gewordener Hausmüll sich an umgefallenen Brücken stauten und der Pegelstand auf eine Höhe schoss, für die gesunde Menschen keine Zahlen mehr haben.

Im Krisenstab von Görz an der Prüm ahnte man, was der Wettergott zusammenkochte, doch es dauerte endlose Stunden, bis allen Ernstes der Katastrophenfall ausgerufen wurde. »Wir haben dann die Uhr extra zurückgestellt, aber es hat nicht geholfen, es war zu spät!«, stöhnt seufzend ein ächzender Feuerwehrmeister Manfred Munz. Er klappte damals nach mehreren Tagen im Dauerräumdienst geräuschlos zusammen.

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