Ein Anruf bei Norbert Walter-Borjans

Hallo, Herr Walter Borjans, pardon: Walter-Borjans. Wissen Sie schon, was Sie wählen?

SPD! Die habe ich bis jetzt ja normalerweise meistens immer gewählt. Aber um was für Wahlen geht’s denn eigentlich?

Na, die Bundestagswahl im September natürlich!

Wirklich? Das ist komplett an mir vorbeigegangen! Aber jetzt verstehe ich auch, warum überall die vielen Plakate hängen. Ich hab mich schon ein bisschen gewundert.

Und Sie sind auf keinem drauf! Das Ganze geht Ihnen merkwürdig am … Na, Sie wissen schon. Warum machen Sie denn gar nicht mit beim Wahlkampf?

Ja, komisch, nicht? Mich hat bis jetzt keiner gefragt. Um so was kümmert sich immer die, na, wie heißt sie noch gleich, meine Kollegin … Esken, wie Espede, jetzt hab ich’s wieder. Ich muss aber mal grundsätzlich zugeben: Politik ist nicht mehr so meine Sache, aktive schon gar nicht. Mich einmischen und so, Stellung beziehen. Ich bin ja in der SPD, wussten Sie das? Ich meine, klar: Wenn ich in Köln-Sülz mit meinen Kumpels beim Köbes abhänge und das Kölsch die Zunge lockert, dann wird schon mal drauflospolitisiert und ich warte auch gerne mit der einen oder anderen Anekdote aus dem Willy-Brandt-Haus auf. Mehr aber auch nicht.

Und dass der Scholz, Ihr alter Intimfeind, am Ende sogar Kanzler werden könnte, ist Ihnen auch egal?

Intimfeind? War das so? Martin Scholz?

Nein, Olaf Scholz, der aus Hamburg: G-20-Krawalle, Cum-Ex-Affäre und so weiter. Das stört Sie nicht? Immerhin haben Sie ihn beim Rennen um den Parteivorsitz hart bekämpft!

Bekämpft, da sagen Sie was. Das waren noch Zeiten! Nein, nein. Hamburg ist doch eine schöne Stadt, und bei den Cum-Ex-Skandalen sagt es doch schon das Wort: Ex. Das heißt, das ist alles aus und vorbei. Es ist, nur mal so als Sozialdemokrat gesagt, überhaupt alles aus und vorbei. Hoffentlich bald auch dieses Telefonat.

Ja, gleich. Wir dürfen also festhalten: Sie wählen auch dieses Mal wieder die SPD?

Richtig. Und Merkel natürlich! Die steht dafür, dass alles bleibt, wie es ist, und das weiß man ja zu schätzen als alter Sozi, also Sozialdemokrat.

TS

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