Tote Tante SPD
Von Carlo Dippold
Seit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz steht für alle Beobachter fest: Die alte Tante SPD ist tot, die Beteiligung an der aktuellen Bundesregierung stellt ihre letzten postmortalen Zuckungen dar. Doch während die Öffentlichkeit angesichts dieses Verlustes schon alle Stadien der Trauer bewältigt hat und bei schulterzuckender Gleichgültigkeit angekommen ist, halten Teile der toten Tante ein Weiterleben, ja sogar eine Wiederauferstehung für möglich. Und tatsächlich zirkulieren in der Partei einige mehr oder weniger realistische Szenarien, wie die Sozialdemokratie als Polit-Zombie im Geschäft bleiben könnte.

Szenario: Rückkehr des Triumvirats
»Weder in der Partei noch in der Koalition brauchen wir jetzt eine Personaldiskussion«, sagt der beliebteste SPDler des Landes, Boris Pistorius. Doch was er eigentlich damit sagen möchte, ist: Die Partei braucht eine Personaldiskussion. Beweis: Für die Wahlkampfunterstützung in Rheinland-Pfalz hatte die dortige SPD auf die beiden Bundesparteivorsitzenden Bas und Klingbeil verzichtet und stattdessen lieber unter anderem Rudolf Scharping eingeladen. Rudolf Scharping! Man versprach sich Erfolg beim Wähler, indem man Rudolf Scharping auf die Bühne holte!
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