Zum Glück privat versichert

Ich habe Achselhaare an den Beinen, haben die Ärzte festgestellt. Das muss operiert werden, bald schon. Bis es so weit ist, komme ich in ein Zelt, damit mich keiner sieht. So eins, wie die Straßenarbeiter immer aufbauen, damit die keiner sieht. Ich bin zum Glück privat versichert. Wenn ich öffentlich-rechtlich versichert wäre, würde man mich bestimmt senden und mich ausdiskutieren.

Ich soll nüchtern kommen und darf Besuch empfangen, aber nicht während der Operation, außerdem suchen die Ärzte den Besuch aus. Das wird jetzt scheinbar so gemacht, damit man nicht immer nur Besuch von Leuten bekommt, die man schon kennt und eventuell sogar leiden kann, keine Ahnung. Ich fühle mich jedenfalls in guten Händen und beruhigt.

Ich hatte mich mit 36 °C Fieber ins Krankenhaus einliefern lassen, meine Atmung ging immer abwechselnd ein und aus, und wenn ich gegen mein Schienbein atmete, bogen sich die Haare, ich konnte aber keine Knoten oder Schleifen hineinatmen. Das hatte mich beunruhigt, und da ich privat versichert bin, habe ich mich gleich einweisen lassen. Die Diagnose war natürlich erst mal ein Schock, obwohl ich auf das Schlimmste vorbereitet war!

Ich habe dann erst mal gegoogelt (ich weiß natürlich, dass man das nicht soll, mache ich aber trotzdem immer) und festgestellt, dass es ganz viele Menschen gibt, die überhaupt keine Achselhaare haben, nirgendwo. Deshalb schlug ich meinem Arzt vor, meine überschüssigen zu spenden, aber das kommt für ihn nicht in Frage. Er will sie mir unbedingt selbst irgendwohin verpflanzen, er hat sich nur noch nicht so recht entschieden, wohin. Hoffentlich nicht mitten ins Gesicht.

HW

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