Ehrlich wie der Armin

Von Felice von Senkbeil

Corona hat manchmal auch sein Gutes: Mit Corona ist das Glück in unser bescheidenes Heim hineingeschneit wie der Geldbote von Faber-Lotto: Am Ende des Schuljahres hatten meine minderbemittelten bzw. verhaltensauffälligen Knaben Zeugnisse, die sie über den Hof vor ihren Bäuchen vor sich hertrugen wie Lebensrettungsmedaillen. Und das waren sie ja auch – ihre Zeugnisse haben den beiden den Arsch gerettet (beide versetzt!!).

Einen Sommer lang gingen sie umher wie junge Akademiker, Harvard-Absolventen oder wenigstens Absolventen der Ingenieurschule Wildau. Der Große sagte Sätze wie: »Es wird einem nichts geschenkt, man muss hart arbeiten, und wenn dann noch das berühmte Quäntchen Glück hinzukommt – zack, und Mathe kann dich mal!« Kopien ihrer Befähigungsnachweise hatten die Jungen an sämtliche Verwandten verschickt, und langsam trafen in Briefumschlägen die Boni ein, von denen wiederum Eis für die ganze Meute spendiert wurde, das berühmte »Bestschülereis«.

Tatsächlich haben meine Kinder im Onlineunterricht viel gelernt. Ich meine nicht die Kleinigkeiten (der Kleine kann beispielsweise fehlerlos den Imperativ bilden, aber nur am Beispiel »Fick dich!«; der Große gibt damit an, dass in den drei Ecken eines Dreiecks immer 180 Grad herrschen, sommers wie winters).

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