Klein, aber laut

Herr Dettelbach war ein großer Verfechter des Minimalismus. So wunderte sich auch niemand, als er eines Tages begann, sein Frühstück zu verkleinern. Täglich nahm er ein Teil weniger zu sich. Erst gab es keine Butter mehr, dann keinen Kaffee und zum Schluss weder Brötchen noch Lampenlicht am Frühstückstisch. Als Allerletztes strich er auch noch seine Frau vom Speiseplan. Die hatte er sowieso schon lange nicht mehr vernascht.

Allein, aber glücklich hockte Herr Dettelbach schließlich in der dunklen Küche. Was war der Minimalismus doch für ein schönes Gedankenkonstrukt! Die bloße Vorstellung, satt zu sein, reichte jetzt vollkommen. Zumindest theoretisch. Praktisch knurrte leider sein Magen so laut, dass ein neuer Maximalismus entstand.

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