Ist Deutschland internettüchtig?

Einige Mitglieder des Deutschen Bundestags sind Opfer eines heimtückischen Phishing-Angriffs geworden. Die Abgeordneten kamen einer dringlichen Bitte des vermeintlichen Support-Teams der Chat-App Signal nach und haben dabei ihre Zugangsdaten preisgegeben. Das hätte selbstredend jedem Senior passieren können, der vorher nicht von seinen Enkeln instruiert wurde, genau dies nicht zu tun.

Auch der junggebliebenen Julia Klöckner spielte man auf diese Art übel mit und die Kriminellen dürften jetzt Zugang zu ihrer bisherigen Online-Kommunikation haben. Zum Glück hat die Bundestagspräsidentin nichts zu verbergen und jeder darf wissen, dass sie im Chat mit Friedrich Merz genauso wertschätzend kommuniziert wie im echten Leben. Und dass sie Jörg Pilawa am Telefon per Sprachnachricht darauf hinweist, dass er nur die besten Nestlé-Produkte aus dem Supermarkt mitbringen soll, ist ihr auch nicht peinlich.

Die Bundestagspräsidentin wird trotzdem nicht noch mal auf solch einen billigen Trick von russischen Hackern (wer sonst?) hereinfallen. Aber wie sieht es mit den anderen Politikern aus? Wir machen den Check, ob sie den sicheren Umgang mit der Technik beherrschen:

Beatrix von Storch macht hier alles falsch. Sie selbst mag eine Anhängerin des gemäßigten Islam sein, aber der Tauhid-Finger gilt spätestens seit den Anschlägen des Islamischen Staates als Kennzeichen von islamistischen Extremisten. Wenn ihr Smartphone gehackt wird, könnten feindliche Dienste ihr Selfie nutzen, um sie zu diskreditieren.

Hier geht Lars Klingbeil dem Iwan mal richtig auf den Leim. Dabei hätte er es ahnen können: Über dem Link, den er gerade mit seinem zarten Finger angetippt hat, stand die unseriöse Schlagzeile »Wahlumfrage sieht die SPD über 15 Prozent!«.

Katherina Reiche nutzt die Sicherheitstechnik korrekt. Wenn sie sensible Daten auf ihrem Laptop speichert, dann verschließt sie das Gerät in einem strahlungsgeschützten Sicherheitskoffer. So kann sie die Daten gefahrlos in die EnBW-Zentrale transportieren.

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Der Kanzler ist vom BKA bestens vorbereitet. Es hat etwas gedauert, bis er sich das Zehn-Finger-Schreiben wieder abgewöhnt hatte, aber die Maßnahme zeitigte die gewünschte Wirkung: Die russische Spionin (rechts) ist so amüsiert vom Merz‘schen Adlersuchsystem, dass sie das Lesen seines geheimen Textes vergisst.

Markus Söder postet gerne bei Instagram, wo und was er isst. Damit läuft er Gefahr, dass sein nächster bestellter Döner nicht nur komplett und mit ein bisschen Scharf, sondern auch mit Russengift serviert wird. Wohl bekomm’s!

Fazit: Es zeigt sich ein gemischtes Bild mit viel Licht und Beschatten. Vorerst scheint es eine gute Idee zu sein, die Bildschirmzeit aller Politiker auf 15 Minuten täglich zu reduzieren und sie nur unter Beaufsichtigung eines Digital-Natives ins Internet zu lassen.

MANFRED BEUTER

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