Tschüssikowski 2022!

●●● Das Jahr beginnt mit einem Randgruppenwitz: Anfang Januar ernennt die Bundesregierung mit dem Grünen-Politiker Sven Lehmann erstmalig einen Beauftragten für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – für den 43-Jährigen ein gelungener Queereinstieg ●●● Am 24. Februar greift Wladimir Putin die Ukraine an und legitimiert den Krieg damit, den einstigen Bruderstaat entnazifizieren zu wollen. Dabei hätte ihm Deutschland doch Warnung genug sein müssen. Hier dauert der aussichtslose Kampf bereits 77 Jahre ●●● Die russische Invasion führt im März zu einem kalten Wirtschaftskrieg. Der Kreml droht westlichen Unternehmen, die wegen des Ukrainekrieges ihr Geschäft in Russland eingestellt haben, mit einer Verstaatlichung ihrer Betriebe und Produktionsstätten. Nach dem Willen Putins klingelt in Moskau bald Väterchen Bofrost an jeder Haustür ●●● Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) steht in der Kritik, weil sie am 13. April gemeinsam mit ihrem Sohn in einem Bundeswehr-Helikopter zum Kurzurlaub nach Sylt fliegt. Hätte sie bis zur Einführung des 9-Euro-Tickets im Juni gewartet, wäre ihr Trip völlig unproblematisch als Dienstreise in ein Kriegsgebiet durchgegangen ●●● Im bayerischen Paulushofen landen die Gärreste von rund 13 000 Tonnen illegal entsorgter Schlachtabfälle aus einer Biogasanlage auf den umliegenden Feldern. Der Skandal fliegt im Mai wegen der vielen plötzlich erblühenden Gänsekleinblümchen auf ●●● Nach der Ankündigung von Olaf Scholz zur Lieferung eines Luftabwehrsystems an Kiew zeigt sich der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, der den Kanzler zuvor noch eine „beleidigte Leberwurst“ genannt hatte, erfreut. Als Zeichen seiner Wertschätzung schickt er im Juni ans Kanzleramt einen Präsentkorb voller Wurstspezialitäten ●●● Sauber eingelocht: Donald Trump lässt am 20. Juli seine Ex-Frau Ivanka auf seinem Golfplatz beerdigen. Bis dato war man davon ausgegangen, er hätte lediglich ein paar Leichen im Keller ●●● Bereits am 12. August, dem sogenannten „Kinder-Überzuckerungstag“, haben Heranwachsende in Deutschland rein rechnerisch ihr Süßkram-Kontingent für das ganze Jahr aufgebraucht. Von nun an gibt es für sie nur noch Zartbitterschokolade, salzige Heringe, Pfeffernüsse und saure Drops ●●● Es war einmal in Nordkorea: Das Parlament in Pjöngjang gibt im September bekannt, das abgeschottete Land mithilfe neuer Gesetze in ein „sozialistisches Märchenland“ zu verwandeln. Dabei wird der Bevölkerung schon seit Generationen die Mär vom „Tischlein deck dich“ erzählt ●●● Dass laut Medienberichten vom Oktober die asiatischen Winterspiele 2029 in Saudi-Arabien stattfinden, ist nur konsequent. Schließlich sind alle Bemühungen des Olympic Council of Asia (OCA), ein alternatives Austragungsland zu finden, im Sande verlaufen ●●● Ein Votum mit Geschmäckle: Am Tag vor den Midterms in den USA am 8. November räumt der russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, als Verantwortlicher für die Gästeverpflegung im Kreml auch „Putins Koch“ genannt, eine Einmischung in US-Wahlen ein. Gerüch(t)en zufolge handelt es sich dabei um unappetitliche Manipulationsversuche mittels Trollbraten, Fake-Profilet und Mousse au Nowitschocolat ●●● Schöne Bescherung im Dezember: Wie schon 2021 wird das Ahrtal zu Weihnachten erneut von einer Paketflut heimgesucht ●●●

Daniel Sibbe

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