Erste Hilfe am Kinde

Von FELICE VON SENKBEIL

Ich habe schon einiges gesehen: offene Knie mit gewagtem Muster, Legosteine in Körperöffnungen, Zecken auf Augenlidern und Finger in Autotüren. Eigentlich dürfte mich bei meinem Kind Nummer sieben nichts mehr schocken. Aber bei diesem Exemplar (wahrscheinlich mein letztes) will ich vorbereitet, motiviert und geschult sein für alle schlimmen Fälle. Nicht wie bisher einfach das Bündel schnappen und den Rettungssanitäter das Problem lösen lassen. Sondern ihm auch sagen können, was er tun muss. Und man kann viel selbst tun – wenn man die Nerven dafür hat.

OLIIVER OTTITSCH

Als die Krankenkasse einen Erste-Hilfe-Kurs anbietet, aber online, dachte ich: Wie praktisch! Drei Stunden folge ich live auf meinem Handy einem Herrn Dr. Steffen. Telegen ist der Doc allerdings nicht. Das macht aber nichts, denn nebenbei muss getan werden, was getan werden muss. Kochen, waschen, dem Alten den Rücken enthaaren, die größeren Kinder trennen, wenn sie sich ineinander verbissen haben, und das Baby in den Schlaf stillen.

Dr. Steffen ist selbst Rettungssanitäter und weiß, wovon er spricht. Leider ist sprechen so gar nicht seine Stärke. Die Sätze beginnen mit »im Prinzip« und enden mit »letztendlich«. Das Letztendliche ist aber nach abendländischem Verständnis der Tod, und dieses Thema sollte gerade einem Lebensretter nicht zu flott von der Zunge flutschen.

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