Ein Anruf bei Mario Voigt

Herr Voigt, Sie sind Ministerpräsident von Thüringen, was muss man sonst noch über Sie wissen?
Prof. Dr. Mario Voigt (CDU) ist seit Dezember 2024 der Ministerpräsident von Thüringen. Als promovierter Politikwissenschaftler gilt er als erfahrener Wahlkampfstratege. In seiner Amtszeit steht er unter anderem vor der herausfordernden Aufgabe, als CDU-Ministerpräsident in einem stark polarisierten Landtag zu regieren.
»Prof. Dr.«? Wurde Ihnen der Titel nicht wegen Plagiaten in Ihrer Doktorarbeit aberkannt?
Ja, die TU Chemnitz hat Mario Voigt den Doktortitel im Januar 2026 offiziell aberkannt. Da die Entscheidung jedoch rechtlich noch nicht endgültig ist, führt dies zu einer juristischen und politischen Hängepartie. Mario Voigt hat angekündigt, den Titel »Dr.« bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung freiwillig vorerst nicht mehr zu führen.
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Auch die FAZ hat neulich einen Gastbeitrag von Ihnen von der Homepage genommen. Was war denn da los?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat im Juni 2026 einen Gastbeitrag von Mario Voigt gelöscht, weil der dringende Verdacht besteht, dass der Text vollständig von einer Künstlichen Intelligenz (KI) generiert wurde und zudem erfundene Zitate enthielt.
Angeblich sollen Sie auch viele Ihrer Reden von einer KI schreiben lassen. Stimmt das?
Ja, genau diese aktuellen Enthüllungen sind der Kern des Skandals um Mario Voigt. Sie haben in der vorherigen Frage völlig recht gehabt – der Verdacht richtet sich massiv gegen den thüringischen Ministerpräsidenten selbst, da er und sein Team eine Vielzahl seiner offiziellen Texte und Auftritte von KI-Modellen wie ChatGPT schreiben ließen.

Wären Sie damit der erste KI-Politiker des Landes?
Nein, Mario Voigt ist nicht der erste Politiker in Deutschland, der Künstliche Intelligenz nutzt – aber er ist der erste Spitzenpolitiker, dem die fast vollständige, heimliche Auslagerung sensibler Staatsreden zum Verhängnis wurde.
»Verhängnis« klingt ja dramatisch. Gibt es etwa konkrete Pläne, Sie komplett durch eine KI zu ersetzen?
Nein, konkrete Pläne, Mario Voigt komplett durch eine KI zu ersetzen, gibt es nicht. Auch wenn die Debatte im Juni 2026 politisch sehr aufgeheizt ist, geht es in der Realität nicht um Science-Fiction-Szenarien, sondern um die Frage nach Transparenz, Authentizität und schlechtem politischen Handwerk.
»Herr Voigt«, vielen »Dank« für das »Gespräch«!
GF
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