When in Rome, …

Rom, Trastevere. Vor mir betreten zwei Frauen in Businesskostümen schreiend ein gut besuchtes Café in Bahnhofsnähe. Aus Boxen dröhnt Musik, auf Fernsehern an den Wänden laufen Nachrichten.
Während die Frauen zum Tresen gehen, schreit die eine die andere an. Dann schreit die zweite die erste an. Am Tresen schreien sie einen der Männer hinter dem Tresen an. Der Mann schreit zurück. Eine der Frauen schreit ihn erneut an, er schreit erneut zurück. Alle drei lachen. Dann schreit der Mann eine bisher unbeteiligte Frau an der Kasse an. Die schreit die zwei Frauen an. Eine der Frauen macht ein paar Schritte zur Kasse und schreit die Kassenfrau an, die lachend zurückschreit.
Der Mann stellt zwei kleine Tassen auf den Tresen und schreit. Beide Frauen schreien zurück. Dann schreien sich die Frauen wieder gegenseitig an. Die Frauen trinken ihre Tassen aus. Der Mann hinter dem Tresen nimmt die beiden Tassen und schreit die Frauen an. Die Frauen lachen und schreien. Dann verlassen sie, sich gegenseitig anschreiend, das Café, und ich zeige auf das Teilchen in der Auslage, das ich gerne essen möchte.
Das Ganze dauert keine dreißig Sekunden, die mich jedoch zwei Dinge gelehrt haben. Erstens: Ich sollte vor meinem nächsten Italienaufenthalt unbedingt ein bisschen Italienisch lernen. Zweitens: Espresso ist eine Höllendroge.
CD

Ähnliche Beiträge
- When in Rome, …
Rom, Trastevere. Vor mir betreten zwei Frauen in Businesskostümen schreiend ein gut besuchtes Café in Bahnhofsnähe. - Szenen aus der Zukunft
Neu-Westdeutschland 2050. Die Sonne scheint. Du hast gute Laune, denn deine solarbetriebene Flak wird heute den ein oder anderen Nordkoreaner vom Himmel holen. - Der Fluch
Jeder legt sich seinen persönlichen Stein auf das Herz, exotische Dufthölzer brennen, der Raum füllt sich mit Rauch. - Ein Anruf bei Boris Palmer
Glückwunsch, Herr Palmer! Als Bürgermeister einer sogenannten Mittelstadt haben Sie es mal wieder in die überregionale Presse geschafft. - Fläzen
Thomas fläzt gerne. Er fläzt für sein Leben gern. - Ein Anruf bei Daniel Günther
Herr Ministerpräsident, aktuell fordern vor allem den AfD-Faschisten nahestehende Krawallmedien wie die Bild Ihren Rücktritt



