Trari=trara die Stigmata

Von Mathias Wedel

Die Kinder singen »Alle Vögel sind schon da!«. Auf der Straße spielen sie Mama und Papa. Oh, süßer Sinnenrausch! Frühling – Herz, was willst du mehr!?

Doch etwas fehlt. Eine mentale Leere ist zu füllen wie ein Loch im Zahn. Nenn’ es »Gottes Wort«, nenn’ es »Parteitagsbeschluss«, nenn’ es »Tagesbefehl« oder »Sinngebung«: In einer immer komplexer werdenden … und angesichts der Drohnen usw. braucht es – was? Nein, ein normaler Mensch kommt da nicht drauf: »Ein neues Leitmedium« brauchen wir, und zwar sofort und unbedingt aus dem Osten!

Willkommenskultur 1989: Der Westen begrüßt interessantestes Humankapital.

Aber nicht als völkischer Beobachter von hoch oben in der westdeutschen Medienblase, wo die Stigmatiker sitzen, soll es daherkommen, sondern aus dem Hause Silke und Holger Friedrich, einem Unternehmen von verblüffender Solvenz und mindestens einer knackigen Leitidee, der zahlreiche Leitartikel auf dem Fuße folgen können, die dann in einem gesamtdeutschen Diskurs auf Augenhöhe münden sollen. Allerdings ist bereits klar, was bei dem herauskommt – nämlich: Ein freudiges (wahrscheinlich geheucheltes) Erstaunen darüber, dass die Ostdeutschen, wie immer man auch ihre politischen Neigungen denunziert, doch »eigentlich« recht patente Kerlchen sind!

Das Organ dafür ist wie in grauer Vorzeit auf Papier gedruckt und heißt OAZ – Ostdeutsche Allgemeine Zeitung.

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