Chinesen ohne Kontrabass
Von Mathias Wedel
Chinesische Spione haben es nicht so leicht wie russische. Den Russen erkennt man eigentlich nur an seinem Trinkverhalten. Wenn er seinen Fusel aus einem Wasserglas nicht öffentlich trinkt, kann er sich eine ganze Weile unenttarnt durch den Berliner Tiergarten bewegen. Ungefährlich ist er dennoch nicht, wie wir alle wissen. Nur die Russen, die sich vor dem Berliner Wahllokal, in dem sie ihrem Präsidenten ihre Stimme zu geben beabsichtigen, kichernd von der »heute show« interviewen lassen, können getrost als harmlos gelten.

Dass die Deutschen so mitfühlend an die Beurteilung des Russen herangehen, haben wir unserer Regierung zu verdanken. Zwei Jahre Ampel-Koalition – und aus einer schafsdumpfen »Freundschaft« zum erdölreichen russischen Volk ist ein glasklares Feindbild geworden. Und dabei sind wir – Kulturvolk, das wir sind – auf die Rhetorik vom bolschewistischen Untermenschen gar nicht angewiesen, nur dass der Russe an sich »böse« ist, darf man jederzeit sagen. Sämtliche Think-Tanks der Geheimdienste des Westens sagen voraus, dass uns die Feindschaft zu den Russen mindestens ein Jahrhundert (wenn kein Meteorit uns alle auslöscht) erhalten bleiben wird. Wie die Ostdeutschen auf die Freundschaft zur Sowjetunion, so können sich die Deutschen heute auf die Feindschaft mit Russland verlassen.
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