Fast wie Willy
UNSERE BESTEN
Von CARLO DIPPOLD
Demokratische Politik ist kompliziert. Da gibt es Ausschüsse, Verhandlungen, Abstimmungen, Vor-Abstimmungen, Sondierungen im Vorfeld der Vor-Abstimmungen, und am Ende steht ein Gesetz, das umständlich genug formuliert ist, um vom Wahlvolk und der Journaille ignoriert zu werden, aber eindeutig genug, um die Fachleute der Lobbygruppen zufrieden zu stellen. Für die Wahlentscheidung bedeutender als »das, was hinten rauskommt« (Helmut Kohl), ist daher, wer was vorne reinsteckt, oder um es nicht so zweideutig wie Kohl zu formulieren: Am wichtigsten in der Politik ist das Personal.

Das war schon zu Kaiser Neros Zeiten so, als es noch keine Volljuristen und die Notwendigkeit einer Abstimmung zwischen Bundesgesetzgebung, EU-Gesetzen und Bundesländersonderwünschen gab. Um mit diesem komplexen inhaltlichen Gedöns nicht behelligt zu werden, konzentriert sich der Wähler und die von ihm konsumierte Presse deshalb auf die strahlenden Führer und selten auch Führerinnen. Eine von diesen ist Saskia Esken.
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