meisterwerke

Kunst von EULENSPIEGEL-Lesern, gediegen interpretiert

Marius Mezger, Leipzig

Der Vogelbestand weltweit befindet sich in einem bedrohlichen Sturzflug. Werden nicht bald die rettenden Schwingen ausgebreitet, droht der Vogelwelt ein tödlicher Aufprall. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der Mensch. Er schränkt den Lebensraum der gefiederten Gesellen ein und hetzt seine Raubtiere auf sie. Vermeintliche Schmusekätzchen massakrieren Schätzungen zufolge alleine in Deutschland jährlich bis zu 400 Millionen der gut 300 Millionen Exemplare.

Einen anderen Aspekt des schrumpfenden Vogelbestandes zeigt dieses Bild. Hier sehen wir einen Greifvogel bei dem verzweifelten Versuch, ein halbes Dutzend Würmer an einen

Spielzeugflieger mit einer Lufthansa-Aufschrift zu verfüttern. Der Flieger muss von einem Kind beim Spielen dort hinein befördert worden sein. Ob mit Absicht oder nicht, lässt sich nicht mehr in Erfahrung bringen, ändert jedoch auch nichts am Ergebnis. Beim Sturz des Fliegers ins Nest kamen die Jungen ums Leben, was die fleißigen Elternvögel nicht weiter in ihrer Brutpflege beirrt. – Nun ja, besonders große Gehirne haben Vögel leider wirklich nicht. Desto mehr aber benötigen sie unseren Schutz!

Der Lufthansa genügt es offenbar nicht, Abertausende von Vögeln jeden Tag in Flugzeugdüsen zu schreddern, man hat es nun schon auf pränatale Vogeleindämmung abgesehen! Wozu sonst sollte ein derart tödliches Werbe-Gim –

mick dienen? Das an der Wand hinter dem Nest befestigte Schild deutet darauf hin, dass die Szene nicht in Deutschland spielt, die Lufthansa also ihren Anspruch untermauert, einer gesamten Tierklasse weltweit den Garaus zu machen!

Aber sogar wer es gut meint mit unseren Helden der Lüfte, schießt hier und da über das Ziel hinaus: Zu allem Überfluss hat in dieser Szene irgendein übereifriger Vogelschützer dem Greif eine Haube über den Schnabel gezogen, um ihn vor der Vogelgrippe zu bewahren. In der Folge wird das Tier elendig verhungern. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.

Und Hans-Jochen Vogel ist auch schon tot.

J. Franzen

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