Heisser Scheiss aus China
Von Gregor Olm
Dieses leise, ferne Tschilpen will gar nicht mehr aufhören. Es tendiert vielleicht auch ein Mygen Schnattern, und eine zarte Neigung zu einem schüchtern lockenden, eulenhaften »Huhu« würde ich ebenso wenig ableugnen wollen. Bestimmt ein unansehnlicher, allmählich besorgter Amselmann, Ganter oder Stadtwaldkauz, der beim alljährlichen Paarungsfestival der Gefiederten bis dato nicht erhört wurde. Eine demütigende Sache für so ein Hähnchen, spätestens, wenn demnächst an der Vogeltränke die männlichen Artgenossen damit prahlen, nichts anbrennen zu lassen, wenn sich im Glanze der Frühlingssonne oberhalb der frisch austreibenden Zweige stimulierend die flaumfedergezierten Kloaken der Weibchen abzeichnen.
Apropos anbrennen – ich könnte glatterdings schwören, dass es verkohlt riecht.

»Du Riesenrindvieh … halb taub … Scheißkotelett … Feuersbrunst … Lebensgefahr«, dringt es lückenhaft an meine Ohren, während Thekla mit einem schwarz verkohlten Topflappen auf mich eindrischt. Neuestens scheint sie auch diesen aktuell angesagten, bizarr hoch angesetzten Micro-Pony zu tragen, bei genauerem Hinsehen erkenne ich jedoch Reste ihrer abgesengten, teils noch nachglimmenden Stirnlocken.
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