Kugelmenschen und Kakerlakenhaut
Von PETER KÖHLER
Die Meldung aus den USA wühlte Anfang des Jahres den Globus auf: Mitten im OP des Maryland Medical Center war einem lebenden Menschen das Herz eines toten Schweins eingepflanzt und festgezurrt worden. Über den Zustand des Patienten wurde zunächst kein Sterbenswörtlein versenkt, doch bald stand fest, dass er das Bett auf allen Vieren verlassen konnte und ihm auf dem Gelände des Spitals eine Suhle eingerichtet wurde, in der er jeden Tag seine Morgentoilette verrichten konnte.

Anfragen, wann der Mann schlachtreif ist, wehrte man aber ab – zum Glück, denn nach gut drei Wochen erschütterte dann doch die Meldung vom Tod des Schweinemenschen die Welt. Nichtsdestoweniger bezeugen solche unverhohlen ausgebrüteten Gedankenspiele, dass die Fleischindustrie aufmerksam geworden ist. Sie, deren Mastbetriebe seit Langem im zugespitzten Fokus der Politik stehen, hofft jetzt auf staatliche Zuschüsse, um den höheren Ansprüchen der Krankenhäuser entsprechen zu können.
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