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Angenehme Satire für schöne Stunden

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kann es sein, dass eine ganze Gesellschaft depressiv verstimmt ist? Diese Frage stellte sich vor einiger Zeit der Spiegel – Deutschlands renommiertestes Fachmagazin für kollektive Stimmungsschwankungen. Die Antwort gab sich das Blatt selbst: Ja, unsere Gesellschaft leidet an einer Depression. Die Redaktion fand auch heraus, warum das so ist: Der Spiegel hat in der Vergangenheit einfach zu gute Arbeit geleistet! Die knallharte Recherche von Missständen, die fundierte Kritik an der Politik und die aufrüttelnden Liebes- und Beziehungskolumnen haben die negative Stimmung im Land verstärkt.

Damit sich Deutschland von dieser gigantischen Miesepetrigkeit erholen kann, möchte der Spiegel künftig einen lösungsorientierten Journalismus anbieten und hier und da auch über positive Entwicklungen berichten. Außerdem macht er Doppelinterviews, in denen zwei politische Kontrahenten am Ende auch etwas Wertschätzendes übereinander sagen müssen.

FOTOS: DPA

Als ich von diesen Dingen erfuhr, fiel mir auf, welch gehässiger Ton mitunter im EULENSPIEGEL herrscht. Hier werden Monat für Monat unter dem Deckmantel der Satire Menschen durch den Dreck gezogen und verächtlich gemacht. Der vorläufige Tiefpunkt war sicherlich vor zwei Ausgaben ein Pupswitz mit Katherina Reiche auf dem Titelblatt.

Angesichts der tiefen Spaltung der Gesellschaft scheint es mir angemessen, dass auch der EULENSPIEGEL ein bis zwei Gänge zurückschaltet. Nun weilt unser Chefredakteur diesen Monat im Urlaub. Ich nehme an, dass er die freie Zeit in den einschlägigen Vergnügungsvierteln nutzt, um unter der thailändischen Sonne den einen oder anderen neuen Fäkalwitz zu ersinnen. In meiner Funktion als Chefredakteur dieser Ausgabe möchte ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, zeigen, wie eine freundlichere Satire aussehen könnte. Eine Satire, die mit unseren lieben Politikerinnen und Politikern lacht und nicht über sie. Eine Satire, die heilt und nicht schmerzt. Die Spaß macht und nicht ätzt. Lesen Sie die folgenden Seiten und vielleicht verschwindet Ihre psychische Erkrankung! Ich drücke Ihnen dafür die Glücksgriffel im Hochleistungsmodus.

Mit humorigen Grüßen

Andreas Koristka

Lesen Sie diesen Beitrag auf 4 Seiten in der EULENSPIEGEL Ausgabe 10/2026:

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