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Der Volksschwabe

UNSERE BESTEN

Florian Kech

Wer an einem frühen Vormittag Cem Özdemir sucht, findet ihn dort, wo man einen bodenständigen baden-württembergischen Ministerpräsidenten zu dieser Tageszeit erwartet: in Latzhosen vor seiner Stuttgarter Dienstvilla kniend und das Unkraut aus der Bordsteinrille entfernend. »Wie das schon wieder wuchert«, mault Özdemir, der sich am meisten darüber ärgert, dass er wegen der Amtsgeschäfte zuletzt die Kehrwoche etwas hat schleifen lassen.

Sein letzter Unkrauteinsatz ist bereits zwei Tage her. »Im Baumarkt gibt es für solche Einsätze Handflammenwerfer und Herbizide in verschiedenen Giftgraden«, erklärt er, »doch das Zeug ist sauteuer, für einen echten Schwaben ein absolutes No-Go.« Deswegen benutzt er ein nachhaltiges Küchenmesser, mit dem er noch in den schmalsten Spalt vordringt. »Eine echte Wunderwaffe, mit der schon der Opa im türkischen Befreiungskrieg gekämpft hat.«

Zeichnung von Frank Hoppmann

Seine ersten hundert Tage als Ministerpräsident hat Özdemir hinter sich und dabei nicht nur an den Stuttgarter Bordsteinen Spuren hinterlassen. Wer ist dieser Mann, der sich anschickt, aus Baden-Württemberg das modernste, effizienteste und unhochdeutscheste Bundesland der Welt zu machen, das dermaßen prosperiert, dass es den Länderfinanzausgleich bald ganz alleine wuppen kann? Wer den Erfolgsmenschen Özdemir verstehen will, kann dies am besten anhand der sieben Ps: Pragmatismus, Pistorius, Patriotismus, Papa Kretschmann, Pürokratieabbau, Palantir und die Pisser von der Grünen Jugend.

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