Der Mann für die Knochensäge
UNSERE BESTEN
Von Peter Köhler
Einmal König sein und tun können, was man will: kein süßer Traum, sondern grelle Realität in Saudi-Arabien! Während sich im dekadenten Westen Regierung, Parlament und Justiz bekabbeln und die Bevölkerung kopfschüttelnd zuschaut, hat in Saudi-Arabien der Monarch die Staatsgewalt in den Fingern und kann Gesetze wie am Schnürchen erlassen, ohne jemanden zu fragen. Die Bevölkerung nimmt das kopfnickend zur Kenntnis, andernfalls rollt der Dez schon mal weg.
Das schmeckt wie ein schön böses Märchen von den Brüdern Grimm. Indes, in der real gewordenen Gegenwart muss es nicht einmal der König sein. Der im saudischen Riad hat inzwischen 90 Jahre auf dem Buckel, und deshalb ist es an seiner Statt sein vollreifer Sohn, der nach kurzem Anlauf tun kann, was er will.

Als 2015 Salman bin Abdul den Thron mit 80 erbte, hatte er eigentlich im Sinn, seinen zarten 29 Lenze zählenden und von irgendeiner seiner Frauen herrührenden Sohn Mohammed bin Salman nur als gut funktionierenden Generalsekretär, Geschäftsführer und Gerüchte-Cleaner des königlichen Hofes – er zählt 4000 Individuen und läuft manchmal aus dem Ruder – sowie als Verteidigungsminister zu benutzen. Dieweil sollten zwei Brüder Salmans, die ein paar Jahresringe weniger hatten, auf ihre späten Tage noch als Kronprinz das Regieren erlernen. Doch Muqrin bin Abdul wie Mohammed bin Naif erwiesen sich als Niete der eine und Nulpe der andere, Mohammed bin Salman dagegen war Bombe.
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