Stadtbilder

Raymond war ein Maler von Stadtbildern. Recht idyllisch ging es auf den Leinwänden zu. Menschen waren keine zu sehen, auch keine Häuser oder Straßen. Das wäre zu viel der Gewalt, des Betons, der malträtierten Natur, die bei seinen Städten wieder zu ihrem Recht kam. So sah man bei seinen Stadtbildern Hasen über Wiesen hoppeln, Rehe vergnügten sich beim Blick in eine verheißungsvolle Zukunft, während immer die Sonne schien.

Seine Stadtbilder von Hamburg oder Berlin ließen das Herz des Liebhabers unberührter Natur nur so überlaufen. In seinem Stadtbild von Berlin war sogar ein Einhorn untergebracht, versteckt in einem Waldstück, sodass es nur ein sehr emotionaler Betrachter erfühlen konnte. Tatsächlich zu sehen war es nicht. Aber der Anblick des Waldes genügte schon. Umso mehr, als er Neukölln hieß.

GR

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