Rentner an die Arbeitsfront!
Von Peter Köhler
Stundenlang über dem verwaisten letzten Feld im Kreuzworträtsel brüten. Oder jeden Tag, den die liebe Sonne über das Land legt, am Fenster kleben und das Leben beobachten, das von Gras, Bäumen und Gehwegplatten. Bzw. sich auf der Parkbank festschrauben und dem See zuschauen, wie die Enten auf ihm herumpaddeln; auch der See ist in Rente.
So war das früher, wenn die Menschen sich im Dezember ihres Lebens befanden. Geist und Körper waren ausgewrungen; nun durften die Rentner auf Kosten der Gemeinschaft die Beine hochlegen, ließen sich mit dem Geld der anderen füttern und schüttelten fleißig alle Köpfe über die faule junge Generation der unter 65-Jährigen.

Die Politik war so blind, das zu tolerieren. Doch inzwischen spatzen es die Vögel von den Dächern: Die Beutel der Sozialversicherung sind leergepumpt, Krankenkasse, Rentenversicherung und Pflegekasse bis auf den letzten Knochen leer. Wir (und das sind die meisten!) müssen deshalb schlucken, was die Regierung auswirft: dass wir uns einfach den Sozialstaat einfach nicht mehr leisten können, dass wir einfach über unsere Verhältnisse leben – im Unterschied zu den Reichen und Superreichen, die sich uns einfach nicht leisten wollen. Und lieber auf ihrem prallen Sack sitzen bleiben.
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