Urlaubs-Performance

Seit Monaten hatte sich Sanne B. auf die Ferien mit ihren Freunden gefreut. Kaum angekommen im schönen Sommerhaus an der sonnigen Algarve, stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Urlaub um ein Missverständnis handelte: Denn während alle anderen wie wild auf ihren Laptops herumhackten, um Calls über geplante Jahresabschlüsse zu halten, wurde Sanne auf der Luftmatratze im Pool (trotz Aperol Spritz) von einem schlechten Gewissen geplagt. Der Grund: Mit der gelben Poolnudel in der Hand fühlte sie sich als Low-Performerin. »Was hab’ ich mir nur dabei gedacht, im Urlaub frei zu machen, während alle anderen arbeiten?«

Doppelt ärgerlich: Sanne hatte sich für den Urlaub extra Urlaub genommen. Heißt umgekehrt, wenn ihre Kollegen im Urlaub tatsächlich Urlaub haben, fühlt sich Sanne zu Hause im Büro doppelt schlecht, wenn sie während der Arbeit arbeitet. Ein Dilemma, das ihr jetzt erst richtig klar wurde.

»Du hast so ein Glück, Sanne, ich würde gerade auch am liebsten mal abschalten«, beneideten sie ihre im Urlaub arbeitenden Freunde regelmäßig in der Mittagspause.

Aber heute hat Sanne tatsächlich Glück: Am Abend haben sich ihre Freunde nämlich doch noch mal zwei Stunden für einen kleinen Sundowner geblockt. Fühlt sich echt wie Feierabend an. Nur der Kellner muss arbeiten.

Aber der hat wahrscheinlich auch Urlaub.

MAG

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