Wanderhoden im Endstadium
Von Florian Kech
Viktor Vital (Name von der gesetzlichen Krankenkasse geändert) möchte ein möglichst langes Leben haben. Deswegen legt er im fortgeschrittenen Alter großen Wert auf einen gesunden Lebenswandel. Er nimmt ausreichend Körperflüssigkeit zu sich, verbringt viel Zeit an der frischen Luft, sofern das Cabrio-Dach nicht klemmt, und ist dank seines Restless-Legs-Syndroms gefühlt den ganzen Tag in Bewegung. Und weil er so sehr am Leben hängt, hat er jetzt seinen Hausarzt gegen eine Hausärztin getauscht. »Ich bin doch nicht blöd und lasse mich umbringen«, begründet er seine Vernunftentscheidung.

Viktor Vital beruft sich auf eine Studie im Fachblatt »Annals of International Medicine«, das er neben anderen Gesundheitsmagazinen wie der »Apothekenumschau«, »Beef« und »World of Smoke« abonniert hat. Für die US-japanische Studie wurden mehrere Hunderttausend betagte Patienten nach einem Arztbesuch wissenschaftlich beobachtet. Dabei hat sich bestätigt, was viele von uns schon lange im Urin haben: Wer sich von einem Arzt behandeln lässt, kann froh sein, wenn er die ersten dreißig Tage überlebt. Für Patienten von Ärztinnen hingegen besteht nach Ablauf der Monatsfrist ein »klinisch bedeutsam« geringeres Sterberisiko.
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