Abtreibungsverbote und Heldbockkäfer
Der steinige Weg zur EU-Atombombe
Von ANDREAS KORISTKA
Es ist ein wundervoller Frühlingstag in Brüssel. Eine sanfte Brise aus Südost Ehat die anfänglichen Hochnebelfelder zerstoßen und die Sonne scheint mit großer Kraft auf die pittoresken Zweckbauten des Europaviertels. »Das ist ja ein Bombenwetter«, scherzt Maximo Caputo, der neuernannte Atombombensonderbeauftragte der Europäischen Union. Sofort entschuldigt er sich für seinen humoristischen Einwurf. Ihm sei bewusst, dass angesichts der immensen Bedeutung seiner Arbeit kleine Witzchen auf Grundschulniveau nicht angebracht seien. »Auch, wenn ich meine Zuhörer natürlich nur zum Strahlen bringen möchte. Hahaha, verstehen Sie den?«
Caputo geht um seinen Schreibtisch herum, setzt sich in seinen Bürostuhl und lacht angesichts seiner Späßchen nur wenige Minuten länger, als es angemessen wäre. Schließlich verfinstert sich seine Miene. Was seine Besucher gedacht hätten, will er plötzlich wissen. »Haben Sie etwa erwartet, dass der EU-Atombombensonderbeauftragte jeden Tag in seinem Büro auf einer Atombombenattrappe Platz nimmt und dabei wild mit seinem Cowboyhut wedelt wie Major Kong in Kubricks ›Dr. Seltsam‹?«
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