Posten für Wagner
Von FLORIAN KECH
Der Friedensmarsch der Wagner-Truppe auf Moskau hat Hoffnungen geweckt. Zwar scheiterte der Diktatorensturz am Ende knapp, doch er war keineswegs umsonst. Dank Wagner durfte der Westen für vierundzwanzig Stunden träumen – von einem friedlichen Russland, einem Happy End der Geschichte und einer Welt ohne weitere obszöne Kumpelfotos von Putin und Schröder.

Seit dem 24. Juni hat sich der westliche Blick auf die Wagner-Truppe radikal verändert. Aus der einst blutrüns -tigen Horde wurden Blauhelmsoldaten der Herzen. Wagner-Peacelord Jewgeni Prigoschin muss ab sofort in einem Atemzug genannt werden mit anderen tapferen Regimegegnern wie Nawalny, Chodorkowski und Anton Hofreiter. Selbstredend, dass einer wie er in diesem Jahr als großer Favorit gilt für das Triple aus Friedensnobelpreis, Courage-Bambi und Orden wider den tierischen Ernst.
Preise und Orden sind das eine, jetzt kommt es aber vor allem darauf an, den gewaltbereiten Gutmenschen, die ihr Leben für unsere Freiheit riskierten, eine Perspektive zu bieten. In Putins Russland sind sie unten durch, und Belarus, wo sie jüngst ihren Zweitwohnsitz angemeldet haben, ist auch nicht der Ort, an dem man sich als woker Wagner wertemäßig abgeholt fühlt.
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