Mittwoch, den 21. Februar 2018

meisterwerke
meister03-18

  

Der schönen Künste sind viele, jedoch wird es im gesamten Erdenrund keinerlei menschlich Wesen, das sich auf diese Weise zu titulieren das Recht besitzt, geben, welches sich erdreisten könnte, in Abrede zu stellen, dass die höchste aller Künste in der Beherrschung sogenannter Bildbearbeitungsprogramme liegt. Ein durch solcherart erschaffenes Werk lädt den Betrachter nicht nur ein, sich daran zu delektieren; ein Werk, das sich als ein großes rühmen will, muss gleichsam zur Erbauung dienen, und wo Lehrreiches daraus erspringt, wie bei diesem Werke, soll es mir recht sein.

Die Thematik des Grußes, welche hier auf vortreffliche Art dargestellt und gleichsam im Werke selbst von Schmetterlingen kommentiert wird, ist eine der elementarsten unseres Daseins, grüßt der Mensch doch oft und gerne, mancher gar bis zu zwei Mal innert eines Tages. Der Vorgang will darob gut geplant und mit fundiertem Wissen ausgeführt werden. Allgemeiniglich gilt, dass es anständig sei, wenn man jemand im Vorbeigehn grüßen will, den Hut auf der Seite abzuziehn, wo der Fremde nicht geht, damit man ihn nicht damit berühre und sein Gesicht nicht vor ihm verberge; dass man, wenn jemand, dem wir Achtung schuldig sind, vor unserm Hause vorübergeht, wo wir am Fenster stehn und er uns grüßt, man das Fenster auf einen Augenblick öffnen oder wenigstens tun müsse, als wolle man es öffnen; und fürderhin, dass das Wort »Mahlzeit!« als Grußformel nur zu Gelegenheiten Verwendung finden sollte, in denen es angebracht erscheint.

In der heutigen Welt sind der Grüße viele und kommt es einer Wissenschaft gleich, sie alle zu nuancieren. »Servus!«, »Yo, Digger!«, »Heil Hitler!«, »Grüß Gott!« und »Hallöle!« stehen unterschiedslos und gleichberechtigt nebeneinander, womit sie Beispiel geben für die Gleichgültigkeit der Postmoderne. – Es ist gar ein Graus, ihr Spacken! Adieu, habe die Ehre und tschö mit ö!

Adolph Freiherr von Knigge

 

 

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