Lebt eigentlich Thomas de Maizière noch?

Lebt er noch?Tja, nichts Genaues weiß man nicht. Denn nach Bekanntgabe des Ausscheidens de Maizières aus der Regierung wurde es merkwürdig still um ihn. Der baldige Innenminister a.D. ließ lediglich verlauten, dass er dankbar sei, Deutschland in diesen schwierigen Zeiten gedient zu haben. Er hege zudem keinen Groll, alles wäre super und das Essen habe immer geschmeckt.

Man munkelt, seine Entscheidung, das sächsische Ministerpräsidentenamt auszuschlagen und stattdessen in Berlin auf einen Rücktritt Merkels zu spekulieren, wäre nicht ganz unerheblich für sein jetziges Verschwinden. Doch weitere Fragen zu dem Thema möchte de Maizière nicht beantworten. Wahrscheinlich will er es nicht, weil er vermutet, dass ein Teil der Antworten darauf die deutsche Bevölkerung verunsichern könnte.

Für diese Zurückhaltung muss man ihm dankbar sein. Sie war auch während seiner Amtszeit sein Credo. De Maizière hatte immer nur unser Bestes im Blick. Er wollte uns vor unangenehmen Gedanken beschützen. Wenn alles so gelaufen wäre, wie er es für uns geplant hatte, denn wüssten wir immer noch nichts über die NSA, über die fehlenden Zulassungen der Euro-Hawk-Drohnen für den deutschen Luftraum, von den Flüchtlingen, die sich 2015 auf die Balkan-Route begeben hatten und davon, dass wir eines fernen Tages alle sterben müssen. Es wäre ein geruhsames Leben.

Wünschen wir also dem scheidenden Minister, dass sein neues Pensionistendasein auch ein bisschen geruhsamer wird. Vielleicht findet er zu Hause endlich die Muße für sein altes Hobby: die Sicherheitsüberwachung. Er könnte im heimischen Garten endlich die Kameras installieren, die er in der BRD nie flächendeckend durchsetzen konnte. Wenn er das macht, dann kann er zu Hause nicht nur ausspannen, sondern mal nach Herzensliebe einfach nur spannen.

Manfred Beuter

 

---Anzeige---