Liebe Leserin, lieber Leser,

in Griechenland gibt es zurzeit wieder einmal große Aufregung um den nördlichen Nachbarn Mazedonien, dem man bekanntlich seinen Namen nicht gönnt, weil der genauso klingt wie die griechische Landschaft Makedonien. Wir dürfen natürlich nicht zulassen, dass eine solche Lappalie den Frieden in Europa gefährdet: Wenn Griechenland die Namen seiner Regionen exklusiv haben will, dann lassen wir den Griechen doch einfach ihren Willen. Die Mazedonier können sich dafür bei uns in Deutschland bedienen, wir teilen gern. Wie wär’s denn zum Beispiel mit »Eifelland«? Oder vielleicht »Taunusien«? »Frühere Jugoslawische Republik Schwabonia«? Wir können auch etwas näher am bisherigen Namen bleiben: »Harzedonien«, »Mazeburg-Vordonien«, »Mazen-Anhalt« ... Irgend etwas davon sollte doch passen! Falls Sie, liebe Leser, eigene Vorschläge haben, dann lassen Sie uns diese bitte zukommen. Wir leiten sie dann an die harzedonische Botschaft weiter.

Angesichts der Schlagzeile »Deutsche Autohersteller testeten Dieselabgase an Affen« richtete sich meine Empörung zunächst gegen den verantwortlichen Zeitungsredakteur: So redet man doch nicht über Stuttgarter! Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Formulierung tatsächlich wörtlich gemeint war (mehr dazu auf Seite 18), begann ich mich dann näher mit dem Inhalt des Artikels zu befassen. Konnte es wirklich sein, dass diese Tierversuche völlig sinnlos waren, wie der Autor behauptete? Das war für mich schwer vorstellbar, denn renommierte Weltkonzerne geben doch kein Geld für irgendwelchen Unsinn aus. Ich recherchierte also ein wenig und fand heraus, dass VW, Daimler-Benz und BMW in den letzten Jahren durch diese und ähnliche Versuche viel wertvolles Wissen gesammelt haben. Zum Beispiel:
• Ein voll besetzter VW-Bus bricht einem Schimpansenbaby beim Überfahren um 23 Prozent schneller das Rückgrat als ein leerer.
• Der zuverlässigste Schutz gegen Marderschäden ist ein fest in die Karosserie eingebauter Komodowaran.
• Ein Tiger im Tank bringt praktisch überhaupt keine Verbesserung beim Kraftstoffverbrauch.
• Obdachlose Flüchtlinge sind viel billiger als herkömmliche Crash-Test-Dummies.
Faszinierende Erkenntnisse, die der Menschheit mittelfristig sehr helfen werden. Warum gehen die Autokonzerne damit nicht stärker an die Öffentlichkeit?

Welche Pläne haben Menschen in ihrem achten Lebensjahrzehnt noch? Mit den Enkelkindern in den Zoo gehen? Ehrenamtliche Tätigkeit im Kiez? Oder vielleicht mal eine Kreuzfahrt machen? Unserem Altkanzler ist das alles zu normal. Gerhard Schröder will, so jedenfalls meine Interpretation der Ereignisse, der erste Mann der Welt werden, der in jedem Land der Erde eine Frau heiratet. Starten wird er seinen Weltrekordversuch demnächst in Korea und sich anschließend vermutlich, ähnlich wie Dschingis Khan, systematisch Richtung Europa vorarbeiten, vielleicht entlang der Seidenstraße. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie er in seinem Alter mit den Strapazen zurechtkommt, und ob er nebenbei wohl noch das eine oder andere neue Aufsichtsratsmandat wahrnimmt. Wir werden die Aktion selbstverständlich durchgängig publizistisch begleiten, beginnend mit dem Artikel auf Seite 40 in dieser Ausgabe.

Mit rekordverdächtigen Grüßen

xxx
Chefredakteur

 

 

 

 

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