Als Spaßbremse …

… ist die Ministerin für Verteidigung erfolgreicher als in ihrer Eigenschaft als Oberkommandierende. Nur dass sie eben als Spaßbremse nicht von uns Steuerzahlern bezahlt wird. Ich fand schon immer, dass die Schnüffelei in den Stockbetten, um zu ermitteln, wie junge Bundeswehrsoldaten ihre Sexualität ausleben, nicht zu Frau von der Leyens Kompetenzen gehört. Weil sich Orgasmen nun einmal nicht befehlen – oder verbieten – lassen, auch nicht von »höchster Stelle«. Glücklicherweise hat sich nun der Staatsanwalt meiner Auffassung angeschlossen: Erotische Neckereien außerhalb der Alarmierungszeiten, z.B. in der Putz- und Flickstunde, sind nun doch kein Straftatbestand. Und wenn sich Soldatinnen und Soldaten leidenschaftlich gern Gegenstände in Körperöffnungen schieben, fällt das unter Freizeit-Fun und unterminiert nicht die Gefechtsbereitschaft.

Im Gegenteil vielleicht: Kann sich die Ministerin bitte mal vorstellen, dass ein lustvolles, körperaffines Klima in der Kaserne auch über manch trübe Stunde im Dienstalltag hinweghilft und die Konzentration auf die wirklich wichtigen Dinge, wie das Totschießen usw., fördert?! Wenn nicht, sollte die Uschi wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass ihre sexuellen Bedürfnisse, so ertragreich deren Befriedigung bisher gewesen sein mag, nicht dieselben sind, die junge Leute heute aus der Welt des Pornos und des Gruppensex’ in den Dienst fürs Vaterland mitbringen.

Offenbar hat sich der Staatsanwalt auch zur Striptease-Stange geäußert, die in der Kaserne Pfullendorf in den Boden eingelassen war (und nach Bekanntwerden des »Skandals« sofort entfernt wurde). Im besten Fall hat er sie für ein Sportgerät gehalten. Ich sage: Wenn Mädchen in der Kaserne erwünscht sind, warum sollen sie nicht ab und zu mal strippen, und die Bewunderung der Jungs genießen, wenn ihnen danach ist?

In diesem Sinne wollte ich mich übrigens auch im EULENSPIEGEL äußern. Aber der Chef (79) hat es vorgezogen, unser stehendes Heer in einer Bildreportage (Heft 3) als Sodom und Gomorra zu zeigen – c’est la vie, wie der Lateiner sagt.

Atze Svoboda

 

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