Lebt eigentlich Peter Hartz noch?

Ja, allerdings nicht von Arbeitslosengeld II. Der berühmte Erfinder von Hartz I, II, III und sogar IV, HartzerNamensvetter von Hans Hartz (»Die weißen Tauben sind müde«), umtriebiger ehemaliger VW-Manager, der dafür gesorgt hat, dass ein relativ unbeachtetes Mittelgebirge ziemlich häufig falsch geschrieben wurde, arbeitet auch mit 75 Jahren noch für eine Arbeitsgruppe. Diese wird von einer saarländischen Stiftung finanziert und hat kein weniger hehres Ziel als die Abschaffung der Langzeitarbeitslosigkeit.

Die wollte Peter Hartz schon einmal verschwinden lassen. Mit Fördern und Fordern sollten die Leistungsverweigerer am unteren Ende der Gesellschaft wieder in die nicht vorhandenen Jobs gebracht werden. Tolle Ideen wie die Ich-AG, die 1-Euro-Jobs und Puffbesuche für Betriebsräte wuchsen auf seinem Mist. Seinem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ordnet er auch heute noch alles andere unter. Erst recht seitdem seine Bewährungsstrafe wegen Untreue abgelaufen ist.

Seine neueste Idee dabei ist einleuchtend: Hartz möchte Langzeitarbeitslose von sogenannten A-Trainern unterstützen lassen, die selbst einmal in ihrer Erwerbsbiographie von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Sie sollen den Betroffenen zeigen, wie man wieder einen Job erlangen kann, zum Beispiel als A-Trainer. Die neuen A-Trainer zeigen dann wiederum anderen Langzeitarbeitslosen, wie man A-Trainer wird usw. usf. ... Schon in einigen Jahren wird Hartz mit diesem bahnbrechenden Konzept die Langzeitarbeitslosigkeit besiegt haben. Allerdings würden ab diesem Moment wieder viele A-Trainer arbeitslos werden. Aber bis dahin lebt Peter Hartz bestimmt nicht mehr.

Andreas Koristka / Michael Kaiser

 

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