Auslese
Die Alaafghanen kommen – aus Heft 1/2016

Das Problem ist lange verdrängt worden: Weil Turnhallen mit Flüchtlingen belegt sind, stehen viele Faschingsveranstaltungen vor dem Aus. Ein Glücksfall, werden die meisten denken, allerdings übersehen sie dabei die verheerenden Folgen. Betroffene Narrenzünfte wollen auf unschuldige Nachbargemeinden ausweichen, wo die Hallen meist auch schon voll sind. Die Not ist so groß, dass die vertriebenen Jecken selbst vor Landesgrenzen nicht haltmachen. In protestantischen Regionen geht die Angst um. Und ganz Deutschland fragt sich: Wohin mit den Narren?

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Der Obergrenzer – aus Heft 12/2015

Der ObergrenzerSechshundertachtundvierzig-tausendsechshundertundzwölf!« Das war Horst Seehofers letztes Angebot, dann stand er auf und ging erst mal aufs Klo. Über die Zahl konnte die Olle eine Weile nachdenken. Klare Ansagen zu machen, das war sein Ding. Zuvor war es bei diesem Koalitionstreffen der Parteivorsitzenden zu einem kleinen Disput gekommen. »Wir schaffen das!«, hatte die Kanzlerin verkündet. Seehofer, der genau wusste, wer mit »wir« gemeint war, konterte: »Nein!« Merkel, auch nicht auf den Mund gefallen, sagte: »Doch!« Seehofer hielt konsequent dagegen: »Nein!« Merkel wiederholte: »Doch!« So ging es dann eine knappe Viertelstunde hin und her.

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Schmiern mer mal – aus Heft 12/2015

Schmiern mer malAuf den ersten Blick ist F. Beckenbauer (Name von der Redaktion gekürzt) ganz der Alte. Er holt aus und schlägt den Ball mit kaiserlicher Eleganz über mehrere hundert Meter direkt vors Loch, wo ihm ein Windstoß aus der Klimaanlage den nötigen Rest gibt. »Die Amerikaner würden jetzt sagen: ein echter Home Run«, sagt er. Was sich andere Golfer nur einmal im Millennium erduseln, gelingt F. mehrmals zwischen den Mahlzeiten.

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Was bleibt, das sind die Mütter – aus Heft 11/2015

KarasekMit Hellmuth Karasek ist einer der letzten großen Schwadroneure des 20. Jahrhunderts von uns gegangen. Bis zuletzt, so eine Krankenschwester, habe sich der gut gelaunte Greis am Erzählen und Erklären von Witzen versucht. »Na vier! Einen, um die Birne festzuhalten, und drei, um den Stuhl zu drehen.«

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Die Syrer kommen – aus Heft 11/2015

In unserer Hausgenossenschaft ist, seit der GEZ-Mann nicht mehr klingelt, jeder willkommen. Naja, Nazis, Kinderschänder und Steuerfahnder passen nicht so richtig zu uns, aber alle anderen friedliebenden Menschen und Tiere können ruhig versuchen, auf unserer Homepage mit der Wohnungsvermittlungskommission in Verbindung zu treten. Allerdings sollte man sich keine allzu großen Hoffnungen machen, hier zieht so gut wie nie jemand aus, und gestorben wird nur ab und zu in den dunklen Einraum-Parterre-Wohnungen, aus denen dann viele pfandfreie Flaschen geborgen werden müssen.

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