Auslese
Mit Vollgas ans Kuchenbuffet – aus Heft 10/2016

»Hoppala. Na, was war das denn jetzt?« Frau Dr. Schumi blickt irritiert auf die junge Frau, die zu ihren Füßen liegt und aus den Ohren blutet. »Da hätte es eigentlich den betrunkenen Radfahrer erwischen sollen.« Laut ruft sie in ihr Funkgerät: »Den ›Nietzsche‹ mal bitte zu mir!« Kurz darauf hält ein Audi neben ihr, während die junge Frau von Sanitätern versorgt wird.

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Der Sicherheitshugenott – aus Heft 9/2016

demaiziereEin Morgen in Deutschland. Als Staatsbürger mit reinem Gewissen, der nichts zu verheimlichen hat, steht man auf und beginnt den Tag mit einem Toilettengang. Andächtig sitzt man auf dem Klo und singt – die eine Hand aufs Grundgesetz gelegt, die andere auf der gerahmten Bundeskanzlerin – die Nationalhymne. Um sich nicht verdächtig zu machen, hat man selbstredend die Tür nicht verschlossen und die Gattin, ihre Mutter und seinen zuständigen Fachbearbeiter beim Finanzamt vom eigenen Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Klar, hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben, dennoch kann man davon ausgehen, dass, während man selbst unbekümmert die BRD genießt, die Dienste und alle anderen sicherheitsrelevanten Institutionen ihr Möglichstes tun, um zu verhindern, dass gerade in diesem Moment internationale Terroristen oder der Geist-der-jedem-der-zu-lange-scheißt-von-unten-in- die-Eier-beißt ihre diabolischen Pläne in die Tat umsetzen können. Diese Sicherheit haben wir vor allem unserem Innenminister Karl Ernst Thomas de Maizière zu verdanken.

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Putschen – aber richtig! – aus Heft 9/2016

Wie so oft hinkt Deutschland der Welt hinterher. Während hierzulande die Interessenten an einer Regierungsübernahme immer noch auf Wahlen setzen, haben andere Staaten längst eine schnellere und effizientere Form des Machtwechsels eingeführt: den Putsch. Wahlen sind aufwendig, teuer und rutschen nur alle paar Jahre in den Kalender, ein Putsch dagegen kann jederzeit aufgeführt werden und kommt damit den Bedürfnissen der nach Regierungsgewalt und Kanzleramt strebenden Personen entgegen.

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Der unbesiegbare Ententanztänzer – aus Heft 8/2016

Jean-Claude van DammeDas kann doch nicht wahr sein! Seine Fassungslosigkeit erfüllte das Badezimmer wie eine EU-Verordnung zur Gestaltung sanitärer Einrichtungen. Erst waren die Briten ausgetreten und dann noch das: Jean-Claude Juncker hielt seinen Personalausweis neben das Spiegelbild. Das Gesicht, das ihn debil anstarrte, passte nicht zum Geburtsdatum auf dem vom Großherzogtum Luxemburg ausgestellten Dokument. 61 Jahre war er angeblich nur alt. Dabei sah er aus, als hätte er im Dreißigjährigen Krieg höchstselbst Europa zerstört, um es anschließend wieder aufbauen zu können. Vor Schreck verschluckte er sich mit wenigen tiefen Zügen am Rasierwasser.

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Aufschnitt für alle! – aus Heft 8/2016

Es zieht auf dem Korridor des Max-Planck-Instituts, und der Hocker gehört auch geölt. Aber wer mit der größten Wissenschaftlerin der Gegenwart verabredet ist, beklagt sich nicht über Fußnoten. Mademoiselle Charpentier klone nur noch schnell einen Nacktmull, sagt die junge Assistentin mit dem französischen Akzent und den lustigen Klecksen auf dem Weißkittel. Das »Wozu?« verkneift sich der Laie. Durch die Labortür dringt ein Würgen und Furzen. Es ist die Melodie neuen Lebens.

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