Auslese
Letzte Grüße von zu Haus - aus Heft 8/2010

Mein lieber Rolf, der Guttenberg hat uns die Wahrheit gesagt (Respekt, wo hat man das schon bei Politikern), und wir rechnen für August mit dem Schlimmsten, was wir gar nicht auszusprechen wagen. Vati war eine ganze Woche geknickt, aber jetzt geht es wieder. Muss ja. Dein Zimmer werden wir erst mal so lassen, so wie Du es verlassen hast. Es braucht ja momentan keiner. Nur vielleicht schenken wir die Gitarre Deinem Neffen Lucas, der schon immer drauf rumklimpert. Du müsstest mal sehen, wie groß der Bursche geworden ist. Vati lässt fragen, er hat vergessen, welche der beiden Häsinnen voriges Jahr geworfen hat, damit im September, wenn wir Dich nicht mehr fragen können, nicht noch mal dieselbe ran muss. War’s die Berta? Wenn wir wieder einen Rammler kriegen, sagt Vati, werden wir ihn Rolf nennen. Du hast mir ja immer Deinen Namen verübelt, aber dann würde er passen. Bei uns ist sonst alles ruhig hier. Der Greiners Ilse habe ich von Deinem schweren Schicksal erzählt, und die quatscht es natürlich rum im Dorf. Wundere Dich also nicht, wenn Du noch von diesem und jenem Post kriegst. So weit für heute. Es grüßt Dich Deine Mutter
PS: Wenn Du den genauen Termin hast, lass es uns wissen.

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