Auslese
Ich bin nur eine Blondie - aus Heft 1/2011

Zum Tee bei Kristina Schröder

hennikleinFrau Schröder, wir haben mal einen Blick in Ihre Abitur-Zeitung geworfen ...

O Gott, jetzt kommt’s …

Nein, gar nicht. In der Abi-Zeitung ist alles o.k. – einen schicken Rock tragen Sie darin übrigens – aber Ihr Tagebuch, welches uns zugespielt wurde, gibt doch recht intime Details preis ...

Wie peinlich, fremde Männer im Besitz meiner privaten Aufzeichnungen ... Hoffentlich ist meine Handschrift gut lesbar?

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In Steingewittern - aus Heft 12/2010

10-12-steinbrueckAls die Finanzkrise tobte, stand Peer Steinbrück felsenhaft im Auge des Orkans. Gelegentlich saß er auch auf einem Stuhl, beispielsweise um Trilliardenpakete zu schnüren oder um Tagebuch zu führen, das neuerdings in sämtlichen kreditwürdigen Buchläden und Kiosken erhältlich ist. Mit nordisch-kühlem Sachverstand und unter wohltuendem Verzicht auf überzogene Metaphern analysiert er darin den Ausbruch der Krise, »als Tsunami und Kernschmelze auf ein und denselben Tag« (Steinbrück) zu fallen schienen. »Die Welt stand am Abgrund«, verrät Steinbrück hoch brisantes Insiderwissen. Wer die folgenden Auszüge liest, wird kaum mehr einen Zweifel daran hegen, dass es sich beim Verfasser nicht nur um den größten Finanzminister aller Zeiten handelt, sondern notwendigerweise auch um die künftige Kanzlerin.
 

 

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Jetzt auch mit Schrankenmaut! - aus Heft 12/2010

Nu12-10-schrankekln ist es raus: Rüdiger Grube lässt die Preise steigen, da der ganze Quatsch in Stuttgart ja irgendwie bezahlt werden muss. Intern bekennt er sich zu dem Motto: »Als Bürger demonstrieren – als Kunde zahlen!« In der DB-Zentrale kursieren bereits Entwürfe von Bahntickets mit den neuen Preisen, die den Aufdruck »Bedankt euch bei den Schwaben!« tragen. Andererseits plant Grube eine Serviceoffensive, die alle künftigen Proteste im Keim ersticken soll. Wir haben die Fakten!




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Immer diese Kims - aus Heft 12/2010

kim il jenniferDer Genosse Kim Jong Il war der fleißigste Samenspender der kommunistischen Hemisphäre

Man kennt sie, die nordkoreanische Sippe der Kims, die seit Menschengedenken regiert, und man kennt sie doch nicht. Denn was weiß man schon, wenn man alles flüchtig Angelesene rekapituliert? Zum gehobenen Halbwissen gehört die Tatsache, dass der gottgleiche Diktator Kim Il Sung von seinem chronisch missgelaunten und gemütskranken Sohn Kim Jong Il beerbt worden ist, der nun wiederum von seinem gut herausgefütterten, militärisch gedrillten und penetrant miesepetrig dreinschauenden Sohn Kim Jong Un beerbt werden soll. Was für ein Name! Doch er passt vorzüglich: Un.

Wenn irgendeinem Staatsmann auf der Welt der Name Un in das Gesicht geschrieben steht, dann ist es Kim Jong Un. Noch unner als Un kann man nicht sein: Mit seinem stechenden Blick, dem satten Backenspeck und einer Gesamtvisage, die den geborenen Unterzeichner summarisch gefällter Todesurteile verrät, gibt Kim Jong Un sich der Öffentlichkeit unfreiwillig als jemand preis, der so gut wie alles ist, was mit un- beginnt: ungehobelt, ungeschlacht, ungeduldig, unsouverän, unbeliebt, unhöflich, ungeil, unbarmherzig und unbeschreiblich oder sogar unaussprechlich uncharmant.

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MBS oder MSP? - aus Heft 10/2010

goebbelsEs ist ein dunkler, kalter Freitagabend in Berlin. Seit Wochen regnet es ununterbrochen, und auch sonst steht es schlecht um die Republik. Zwölf Männer und eine Frau haben sich im Keller eines schmucklosen Einfamilienhauses zu einem konspirativen Treffen verabredet. Im Raum verteilt stehen
»Ich find’s nicht gut, dass die hier ist«, sagt einer der Männer und deutet auf die einzige Frau in der Runde. »Frauen sollten auf ihre Kinder aufpassen. Das ist nicht gut so. Gar nicht.« Manche nicken, die meisten aber rühren sich nicht. »Gott merkt sich solche Äußerungen«, ätzt die Frau und blättert dann wieder in ihrer Bibel.
Die Not hat diese Menschen im Keller zusammengeführt – Ausgestoßene, Aussätzige, aber auch solche, deren innerer Trieb, sich zu profilieren, einfach zu groß ist, als dass sie in diesem Moment woanders sein könnten.

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