Liebe Leserin, lieber Leser,

natürlich war die Bombardierung von Madrid vor zwei Wochen eine zutiefst tragische Angelegenheit, die wir alle sehr beklommen im Fernsehen miterlebt haben. Aber was wäre denn die Alternative gewesen? Die westliche Wertegemeinschaft konnte einfach nicht länger zusehen, wie das friedliche Streben der Katalanen nach Unabhängigkeit gewaltsam unterdrückt wurde. Menschenrechte stehen nun mal über dem Völkerrecht, weshalb der NATO-Einsatz »Dos Españas« auch durch das fehlende Mandat der Vereinten Nationen keineswegs delegitimiert wurde. Jetzt gilt es zu hoffen, dass die Spanier ihre Lektion gelernt haben. Dann werden wir ihnen mit Sicherheit auch beim Wiederaufbau ihrer Hauptstadt großzügig zur Seite stehen.

Ich bin eigentlich kein ängstlicher Mensch, aber angesichts der vielen Unwetter war ich zuletzt doch etwas in Sorge, was mögliche Naturkatastrophen und ihre Folgen angeht. Das erwähnte ich auch in einem kurzen Gespräch mit meinem Nachbarn anlässlich einer Begegnung am Gartenzaun. Jedenfalls dachte ich, dass es ein kurzes Gespräch werden würde. Aber nachdem das Thema aufkam, war der sonst eher verschlossene Mensch plötzlich gar nicht mehr zu bremsen! Ihm könnten Orkane, Überschwemmungen oder Explosionen von Atomkraftwerken nichts anhaben, erklärte er mir stolz, denn er sei ein echter »Prepper« und daher auf alle nur vorstellbaren Katastrophen perfekt vorbereitet (mehr zu diesem Thema auf Seite 64). In seinem Keller befänden sich, so berichtete er mit immer lauter und schriller werdender Stimme, unter anderem 300 Dosen Fertigsuppe, 500 Jodtabletten, mehrere Tausend Müsli-Riegel, zwei Gaskocher nebst einem Jahresvorrat Kartuschen, Thermodecken, Zelte, mobile Solarmodule, ABC-Schutzanzüge, Wasserfilter, Schlauchboote sowie viele, viele andere Dinge mehr, die er mir alle ausführlich beschrieb. Nach einer Weile habe ich dann, um ihm höflich das Ende des Gesprächs zu signalisieren, meinen Rasenmäher angeschaltet, was seinen Redefluss allerdings nicht unterbrach. Eine weitere halbe Stunde später, mein Garten sah inzwischen wieder top-gepflegt aus, war er schließlich mit seinen Ausführungen am Ende. Zum Abschluss empfahl er mir dringend, sich an ihm ein Beispiel zu nehmen und ebenfalls Vorräte anzulegen. Aber wozu? Ich weiß doch jetzt, wo ich welche finden kann.

Nachdem Donald Trump angekündigt hatte, sämtliche Akten zum Fall John F. Kennedy freizugeben, herrschte zunächst große Freude bei all jenen, die schon lange große Zweifel an den offiziellen Darstellungen zum Ableben des früheren US-Präsidenten haben. Würden sie sich in ihrer Skepsis gegenüber der Suizid-These bestätigt sehen? Leider muss die Frage fürs erste nun doch unbeantwortet bleiben, weil die Geheimdienste kurzfristig noch massive Schwärzungen der Dokumente durchsetzen konnten. Aber die wenigen unzensiert veröffentlichten Informationen sind auch nicht ohne: Oder wussten Sie etwa, dass Kennedy in Wirklichkeit gar keine Affäre mit Marilyn Monroe hatte, dafür aber eine mit Tony Curtis und Jack Lemmon? Eine kompakte Zusammenfassung der interessantesten Aktenfakten finden Sie auf Seite 34. Mit verschwörerischen Grüßen

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Chefredakteur

 

 

 

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