Der kleine Bruder

UNSERE BESTEN

Von CARLO DIPPOLD

Ist einer für das Parkett der knallharten Weltpolitik ungeeignet, nur weil er auf die eindeutige Frage, ob er Hunde oder Katzen lieber möge, dahingehend antwortet, dass alle Tiere Gottes Geschöpfe seien und man das eine Geschöpf schwerlich dem anderen vorziehen könne? Ist einer zu gutmütig für Verhandlungen mit dem Koalitionspartner, nur weil er in seiner Funktion als Dozent an einer Universität allen seinen Studenten eine Zwei gibt, wenn die Post die Klausuren verschlampt hat und eine objektive Benotung nicht mehr möglich ist? Kann einer den Einflüsterungen der Lobbyisten widerstehen, der auf dem Weg von der Staatskanzlei in die Kantine immer wieder Bettler und Straßenzeitungsverkäufer dazu einlädt, ein paar Tage bei ihm zu wohnen, nachdem er ihnen ein Eis gekauft hat? – Auch wenn davon nur manches so oder ähnlich beziehungsweise überhaupt nicht geschehen ist, stellt sich in CDU und CSU aktuell diese brisante Frage: Ist Armin Laschet zu nett, um Kanzler zu werden?

Zeichnung: Frank Hoppmann

Nettigkeit! Ein Vorwurf, der schwer wiegt in den christlichen Unionsparteien. Mit Nettigkeit hat es dort noch keiner zu was gebracht. Nett, so sagt ein ordinäres deutsches Sprichwort, das Armin Laschet niemals im Munde führen würde, sei die kleine Schwester von Scheiße. Laschet – der kleine Bruder von Scheiße?


Weiter geht es im EULENSPIEGEL 09/2020.

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