Kohle nur in Kinderhände!

von FELICE VON SENKBEIL

Jedes Jahr das gleiche Theater. Kaum sind Weihnachten und die Böllerei überstanden, ist die Biotanne vom Balkon geflogen oder abgefackelt, macht sich eine gewisse geistige Leere im Kinderzimmer breit. Dann machen die Kinder Kasse: Sie breiten ihre Geschenke auf dem Wollteppich aus und checken im Internet, was der ganze Kram gekostet hat. Wie bei »Der Preis ist heiß« (eine Spielshow aus den 90ern, als Konsum noch geil war) gibt jeder Sohn zunächst ein Gebot ab, dann vergleichen sie die UVP im Internet, und je nachdem, wie weit sie daneben lagen, geben sie ihre Kommentare ab: »Wusste ich doch, dass der Opa wieder billig davongekommen ist.« Oder: »Oh, die verschuldete Tante Sibylle hat aber zugeschlagen. Die sollte ihre Kröten lieber zusammenhalten, damit wir auch noch was zu erben haben.«

Mario Lars

Es macht mich stolz, dass die Kinder wissen, wie viel sie uns wert sind, und es macht mir Angst, wenn sie die Onlineschnäppchen finden oder merken, dass ich heimlich bei Ebay zugeschlagen habe. Obwohl dort manche Sammlerstücke (vergilbtes, poröses Lego, das gruselige Kinderfreunde in Kellern lagern) zu absurden Preisen gehandelt werden.

Ist die Inventur abgeschlossen, widmen sie sich den offenen Posten. Da erhebt sich – wie immer nach Geburtstagen, Ostern und Weihnachten – die Frage: Wo ist eigentlich die Kohle von der Oma? …

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