Julia und die Dorfkinder

Von FELICE VON SENKBEIL

Dorfkinder sind glückliche Lebewesen. Sie können im Freien pinkeln, Trecker fahren und müssen nur zur Schule, wenn ein Bus kommt. – Wir wollen auch Dorfkinder haben, denken sich die jungen Städter und kaufen daher halb Brandenburg auf. Julia Klöckner, Ministerin für Volksernährung, ist daran schuld. Sie hat in so mancher städtischen Familie erst die Erkenntnis geweckt, dass ihr zum Lebensglück nur noch eine Dorfkneipe fehlt.

André Sedlaczek

Eigentlich wollte sie mit ihrer Kampagne unter dem Hashtag »Dorfkinder« nur mal sagen, was für ein glückliches, hübsches und properes Madel sie war (immer noch ist!) als Winzertochter im Guldental. Sie hatte alles: Milch direkt aus der Zitze, noch warme Kalbsleber frisch auf die Hand und ein eigenes Pony, mit dem sie um die Wette grinste. Das wünscht man doch jedem Deutschen. Daher ließ sie ihr Ministerium Fotos mit lustigen Sprüchen produzieren: »#Dorfkinder ernten gemeinsam die Früchte ihrer Arbeit«, »#Dorfkinder bringen neues Leben in alte Mauern«, »#Dorfbuben pimpern ihre Schwestern« usw.

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