Der Altenbockum des Monats

»Mehr noch als über den materiellen Verlust für die Parteien sagt der Verzicht des Daimler-Konzerns auf Parteispenden etwas über das ideelle Verhältnis der Industrie zur Politik aus. Die Entscheidung des Stuttgarter Unternehmens lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Es ›lohnt‹ sich nicht, den Parteien jährlich Spenden zukommen zu lassen, selbst wenn es sich dabei, gemessen am Konzernumsatz, um Kleckerlesbeträge handelt. Dass mit solchen Spenden aus der Industrie Parteien und Regierungen ›gekauft‹ werden sollten, war schon immer ein naiver Verdacht. Es ›lohnte‹ sich vielmehr, weil es zur Imagepflege eines demokratischen Ethos gehörte und signalisieren sollte: Wir unterstützen die politische Willensbildung, indem wir demokratische Parteien fördern.«

Jasper von Altenbockum, FAZ

Begründung: Jasper von Altenbockum arbeitet in seinem Kommentar vortrefflich heraus, dass Daimler nicht aus Eigennutz, sondern aus lauter Begeisterung für die Demokratie einigen politischen Parteien jährlich Spenden zukommen ließ. Als diese Begeisterung für das Unternehmen nicht mehr von Nutzen war, stellte es die Spenden mit sofortiger Wirkung ein.

Altenbockum bedient sich der hohen Kunst, sein eigenes Argument mit sich selbst zu widerlegen, eine Technik, die heutzutage kaum noch beherrscht wird. Er verdient sich damit zurecht das Preisgeld in Höhe des Kleckerlesbetrags von 50 000 Euro, das diesen Monat von der Daimler AG gestiftet wird, um die unabhängige journalistische Meinungsbildung zu fördern.


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