Irgendwie weich und irgendwie gelb

von Felice von Senkbeil

»Das sieht aus wie unser Schulfraß«, rief mein Jüngster, als wir die Wohnmobil-Campingtoilette ausleerten. Ich lachte, und das Kind verzog keine Miene. »Das war wohl kein Witz?« »Leider nicht«, sagte er, und ich überlegte, als was dieses Gericht durchgehen könnte.

Das Schulessen ist ein wichtiges Thema bei uns. Ich frage immer, was es gab und wie viel. Das habe ich von meinem Vater, der freischaffend zu Hause rum saß und mit Marmelade und alten Brotkanten den Tag überstand. So wie heute ich: Ein warmes Essen, Kartoffeln in dicker Soße und Rotkrautsalat, auf leicht temperiertem Teller serviert, danach eine Mandarine oder ein Stück Schwarzwälder Kirsch – das wär’s doch!

Die Kinder haben es gut, die bekommen was Warmes ausgekellt und – mag die Mamsell im Kittel auch mürrisch sein – sogar auf Geschirr! Nicht wie wir früher im Gulag der Margot Honecker in scheppernden Plastetrögen oder wie in Indien in verbeulten Aluschalen, in denen auch geschlafen wird. Nebenbei: Auch heute verhungern in Indien, dem Sehnsuchtsort deutscher Aussteiger, 1000 Kinder. Täglich. Dieser Text widmet sich also einem Luxusproblem!

Weiter geht es in der EULENSPIEGEL Ausgabe 01/2019 aus Seite 38-39
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