Adolf Hitler …

… hat in seinem vergleichsweise kurzen Leben doch viel Mist verzapft. Das muss man sagen. Aber auch ganz andere Personen haben nicht alles richtig gemacht. So frage ich mich, ob es die richtige Entscheidung der eigentlich hochgeschätzten Kollegen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war, Alexander Gauland einen Gastbeitrag in ihrem Blatt einzuräumen.

Ich muss zugeben, dass ich in dieser Angelegenheit befangen bin. Ich kann es nun mal nicht leiden, wenn irgendwelche Politiker von sonst woher kommen und uns gestandenen Journalisten mit dem Schreiben von elendig langen Texten die Arbeitsplätze wegnehmen. Da bin ich dann doch zu sehr Platzhaltertyp, als dass ich diese Entwicklungen gutheißen würde. Im Falle von Gauland war ich sogar doppelt erbost: Da kommt dieser Typ und versucht krampfhaft, seinen Artikel durch indirekte Hitlerzitate aufzuwerten. So etwas können wir Journalisten selbst wohl immer noch am besten. In den Redaktionen von München bis Hamburg sind meine mit Inbrunst vorgetragenen Führerparodien (»Nach der Mittagspause wird zurückgeschossen.«) legendär.

Nein, liebe FAZ, das war leider nichts. Besser haben es da schon die Kollegen von der Bild gemacht. Die haben einen echten (!) Journalisten nach Amerika geschickt, um den letzten lebenden Hitler zu interviewen. Gut, der Mann heißt eigentlich Hiller, aber es geht ja ums Prinzip, deshalb wurde er im Bild- Interview auch prinzipiell Hitler genannt. Wenn sich Hitler eben so gut verkauft, dann müssen wir Journalisten manchmal ein bisschen tricksen. Die Leute lesen die Artikel nun mal lieber, wenn sie einen spektakulären Namen sehen. Das weiß natürlich auch Bild-Chefredakteur Julian Hitler, der in seiner leitenden Funktion für den Abdruck dieses Coups verantwortlich zeichnet und der mir schon des Öfteren positiv aufgefallen ist. Ich möchte ihm deshalb von hier aus zurufen: Herr Hitler, machen Sie weiter so!

Atze Svoboda

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